30 Jahre Fk Saar-Pfalz
Da fragt man sich wirklich, wo gingen die Jahre hin? Sie waren erfüllt mit vielen, vielen Fuchsien, Fuchsienschauen, Ausstellungen, Besuchen bei Freundeskreisen, aber ich möchte doch vorne anfangen.
Als die Fuchsiengesellschaft gegründet wurde, damals 1981 in Frankfurt, suchte man auch nach einem Namen, er war schnell gefunden: Deutsche Fuchsien-Gesellschaft.
Beseelt von all diesen Eindrücken der Gründungsversammlung, von der Fuchsienschau, die mich fast umgehauen hatte, fuhren wir nach Hause. Gesprächsstoff hatten wir genug. Mein Mann war auch gleich der Meinung, dass wir einen Freundeskreis gründen sollten, damit wir hier im Saarland gleich gesinnte Leute finden, mit denen wir uns über Fuchsien austauschen könnten. Es waren schnell einige gefunden. Am 7. November 1981 trafen wir uns das erste Mal und hatten auch gleich einen Namen für unsere kleine Gemeinschaft:
Fuchsienfreundeskreis Saar-Pfalz.
Schnell wurden die weiteren Treffpunkte oder auch Termine vereinbart. Die ersten Treffen fanden statt in Gaststätten, von denen wir nicht so begeistert waren, wir suchen also weiter.
1982 besuchten wir den „Tag des Kindes" in Finkenrech. Finkenrecht war früher eine Jungtierweide, auf einer Höhe gelegen, bei Dirmingen an einer alten Römerstraße. Von hier gab es eine wunderschöne Aussicht über die weiter Umgebung des Landes. Mit dem damaligen Leiter des Gartens Finkenrech kamen wir schnell ins Gespräch und ein Jahr später, 1983, nahmen wir schon am Tag des Kindes mit vielen Fuchsienstecklingen für die Kinder teil. Wir hatten ein Domizil gefunden: Finkenrech in Dirmingen.
An unserer ersten Ausstellung 1982 im DFG (Deutsch-Französischen Garten) in Saarbrücken stieß Hermann Ermel zu uns, ein Gewinn für unsere Freundeskreis, Hermann Ermel und seine Frau Meta haben uns viele Jahre begleitet.
Für diese erste Ausstellung, die 1982 im Juni ausgerichtet wurde, bekamen wir von Rudolf und Klara Baum eine große Ladung Fuchsien, mit denen wir die Ausstellungsfläche in der kleinen Lesehalle bestücken konnten. Viele dieser Fuchsien konnten wir für Baum`s verkaufen und den Rest verteilte Klara Baum unter den Teilnehmer der Ausstellung.
Sehr freudig und überraschend war der Besuch von prominenten Fuchsienleuten: Margret Hammen, Gerda Manthey, Margot Heinke, Hubert Emmerich, - Willi Grund - alles Fuchsien-Menschen, von denen wir viel lernen konnten.
Es sind auch einige Anstöße von uns gekommen, andere Freundeskreise zu gründen; z. B. u.a. Nürnberg, Süd, Emsland-Triland.
Frau Bärbel Oswald, die Zeichnerin unserer Vereinsfuchsie, kam damals ebenfalls zu uns und verkaufte ihre Aquarellbilder, sie bot auch Vorlagen zum Sticken an, fuhr nach Hause und gründete Emsland-Triland.
Wir lernten an dieser Ausstellung eine Menge Leute kennen, für die alle Fuchsien im Augeblick das Schönste waren. Die Begegnungen waren sehr freundschaftlicher Art, ich hatte oft das Gefühl, sich schon lange zu kennen, kein Wunder: hatten wir doch alle das gleiche Hobby.
Es folgten viele Ausstellungen: im DFG, im Finkenrech, im Botanischen Garten Saarbrücken, bei Ortsvereinen, die uns gebeten haben, mit unseren Fuchsien die Ausstellung oder Tagung zu schmücken. Wir wurden immer bekannter. Es verging kein Jahr, an dem wir nicht mindestens an drei Ausstellungen beteiligt waren.
Im Jahre 2000 übertrug uns der Vorstand das Ausrichten der Jahrestagung der DFG in der Pfalz. Da in diesem Jahr die Landesgartenschau in Kaiserslautern stattfand, bot sich dies geradezu an, die Jahreshauptversammlung unserer Gesellschaft hierher zu verlegen. Das Kuckucksbähnel und das Dürkheimer Fass gehörten mit zum Programm.
Im Finkenrech wurde uns ein Stück Garten angeboten, das wir - wieder mal mit Hilfe von Gärtnerei Baum - mit Fuchsien bepflanzten. Wir setzten uns zusammen, machten einen Plan, wie das Beet aufgeteilt werden soll, und Klara und Rudolf Baum traten wieder in Aktion. Um Zum Punkt zu kommen: diesen Fuchsiengarten hatten oder pflegten wir 16 lange Jahre, die Fuchsien wurden an drei Stellen überwintert, mit denen wir nicht zufrieden waren - dann kam Hermann Ermel, und von da an lief alles glatt. Hermann Ermel überwinterte uns viele Jahre die Fuchsien. Aus Dankbarkeit, weil es uns ja auch nichts kostete, fand einige Jahre ein Fuchsienverkauf im Finkenrech statt. Hermann Ermel kam mit einem LKW schönster Fuchsien und nicht immer musste er wieder einige mit nach Hause nehmen.
Wir hatten mittlerweile im Finkenrech ein winterhartes Fuchsienbeet angelegt, die Büsche wurden immer dichter und immer größer ohne Abdecken. Dann kam das Aus - der Garten wurde umgemodelt, sollte zu einem der „Gärten ohne Grenzen" werden, und unsere Fuchsien waren „im Weg".
Wir zogen für drei Jahre in den Botanischen Garten der Universität Saarbrücken, aber auch dort wurde der Platz bald anderweitig benötigt - damit hörten wir dann auf, Fuchsien der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen.
Es ist so, wie mit allen Dingen, es ist ein Kommen und Gehen - wie in jedem anderen Verein auch. Ein harter Kern, wie man so schön sagt, blieb viele Jahre zusammen, am Rande kamen dann Strohfeuer, die nicht lange brannten, die den Freundeskreis ummodeln wollten, womit sie aber nicht weit gekommen sind - und haben den Freundeskreis auch bald wieder verlassen. Ich denke aber, dass das jeder Freundeskreis auch schon mitgemacht hat.
1987 wurde von uns das Freundeskreisleitertreffen ins Leben gerufen. Wir wollten, dass die Freundeskreisleiter sich alle untereinander kennen lernen sollten, dass man sich gegenseitig auf Ausstellungen besucht und auch unterstützen kann, falls das möglich ist. Die Sorgen oder auch die Ideen der Freundeskreise wurden besprochen und zu jedem Treffen kamen immer mehr Freundeskreisleiter hinzu.
2001, nach 20 Jahren Freundeskreisleitung war es an der Zeit für mich und meinen Mann, die Leitung in andere Hände zu geben, es musste mal neuer Wind rein.
Wir haben nicht lange überlegt, Claudia Denter hatten wir nämlich schon einige Zeit ins Auge gefasst. Wir besuchten sie zu Hause und sprachen lange mit ihr. Sie bat sich Bedenkzeit aus und wollte die Leitung nur übernehmen, wenn wir dabei bleiben würden. Natürlich wollten wir den Kreis nicht im Stich lassen, das lag nie in unserer Absicht.
Wir haben Claudia Denter einen gut funktionierenden Freundeskreis übergeben, den sie gerne übernommen hat. Wir und auch Claudia haben es bis heute nicht bereut....
Claudia und dem Freundeskreis und uns natürlich auch wünschen wir noch viele Jahre schöne, spannende Gemeinsamkeit, an der es sicher nicht fehlen wird.
Erika Frohmann






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